• Gernot Uhl

Annegret Kramp-Karrenbauer: Die Nachfolgerin

Wie Angela Merkel ihre Nachfolge regelt – und warum die neue CDU-Generalsekretärin eine gute Wahl ist


Annegret Kramp-Karrenbauer. Foto: CDU Saar

Politisch Totgesagte regieren länger. Während in den Kommentarspalten und in den Sozialen Netzen schon das Ende der Ära Merkel besungen wurde, hat die Kanzlerin hinter den Kulissen einen beinahe genialen Coup vorbereitet. Der Rücktritt ihres Generalsekretärs Peter Tauber dürfte sie jedenfalls kaum überrascht haben. Schnell und geräuschlos vollzieht sie eine Rochade: Neue CDU-Generalsekretärin wird Annegret Kramp-Karrenbauer (Jahrgang 1962), die langjährige Ministerpräsidentin des Saarlandes.

Eine Rochade schützt im Schach den König. Mit dieser Rochade schützt Angela Merkel nicht wie im Schach den König, sondern die Königin – sich selbst. Aber da das politische Berlin immer weiblicher wird (ein Glück!) ist die Kanzlerin/Königin die wichtigste Figur im Spiel um die Regierungsmacht.


Annegret Kramp-Karrenbauer ist – um im Schach-Bild zu bleiben – ein weiblicher Turm: Ruhig und standhaft, gradlinig und von enormer Widerstandskraft.

Die dreifache Mutter hat sich nicht von der FDP auf der Nase herumtanzen lassen. Es scheint, als habe Angela Merkel mit der Personalie Kramp-Karrenbauer nicht nur die Nachfolge von Peter Tauber geregelt, sondern auch ihre eigene. Die dreifache Mutter hat sich nicht von der FDP auf der Nase herumtanzen lassen. Sie hat die Jamaica-Koalition im Saarland beendet, als die parteiinternen Querelen bei den Liberalen zur Belastung für die Landesregierung wurden. Bei den Wählerinnen und Wählern kommt die angenehm bodenständige Ministerpräsidentin gut an: Sie hat im Saarland für die CDU über 40 Prozent der Stimmen geholt. So geht Volkspartei! Dass sie schon länger zu den Vertrauten der Kanzlerin zählt, ist kein Geheimnis. Trotzdem dürfte ihre Ernennung viele Merkel-Kritiker aus den eigenen Reihen beschwichtigen: Mit Jens Spahn werden weite Teile der Partei noch nicht warm. Und Annegret Kramp-Karrenbauer verkörpert sich mehr eine personelle Erneuerung als einstige Widersacher der Kanzlerin wie Friedrich Merz, Norbert Röttgen oder Karl Theodor zu Guttenberg.

Es scheint, als habe Angela Merkel mit der Personalie Kramp-Karrenbauer nicht nur die Nachfolge von Peter Tauber geregelt, sondern auch ihre eigene.

Für die CDU und für Deutschland wäre das eine gute Lösung.

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